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Inwiefern können Anekdoten und gezielte Erzählungen den Unterricht am Gymnasium attraktiver machen? Und wo finden Lehrerinnen und Lehrer geeignetes Material und Hintergrundwissen für eigene Erzählungen? Geschichten und Erzählungen, die den oft eher nüchternen Unterricht auflockern und Schülerinnen wie Schüler motivieren, stehen im Zentrum dieser Neuerscheinung von Fritz Kubli. In dem Band stellt der Autor vor allem die eigentlichen Quellen für mögliche Erzählungen vor - seine Einblicke in die moderne Erzähltheorie tragen aber auch wesentlich zum Verständnis der im Unterricht ablaufenden Prozesse bei. Lassen Sie sich inspirieren von den Geschichten über berühmte Personen aus Mathematik und Naturwissenschaft! Vieles lässt sich auch auf andere Fächer übertragen - vielleicht auch auf das Ihrige?
Das vorliegende Buch besteht aus zwei Teilen, die unabhängig voneinander gelesen werden können. In den Kapiteln 1-5 illustriert Fritz Kubli theoretische Überlegungen mit eigenen Erfahrungen und Beispielen aus dem Schulalltag. Faszinierend, wie der Autor, selbst erzählend, Schritt für Schritt die Kunst des Erzählens im Unterricht entwickelt. In einem zweiten Teil (Kapitel 6-11) stehen historische Begebenheiten im Zentrum der Betrachtung. Diese Beispiele zeigen konkret, was erzählender Unterricht ist und aus welchen Quellen er sich speist. Interviews mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern belegen eindrucksvoll, dass Erzählungen seitens der Lernenden nicht nur geschätzt werden, sondern auch den Zugang zum vermittelten Wissen erleichtern.
Fritz Kubli studierte Physik und Mathematik in Zürich und promovierte anschließend über die Entdeckung der Wellenmechanik durch Louis de Broglie. Neben seiner Lehrtätigkeit an einem Zürcher Gymnasium veröffentlichte er Arbeiten zu didaktischen Themen, zuletzt das Buch "Plädoyer für Erzählungen im Physikunterricht", erschienen im Aulis Verlag Deubner, Köln.
Aus dem Inhalt: Zur Erzähltheorie und ihren Anwendungen im Unterricht
Erzählen als aktives Einwirken
Anekdoten mit Pfiff Grenzen und Möglichkeiten des Erzählens Events und Stories als Identität fördernde Elemente Erzählen in abweisenden Klassen Kriterien für die Themenauswahl.
Erzählen im Mathematikunterricht: Carl Friedrich Gauß (1777-1855) - Jean-Baptiste d'Alembert (1717-1783) - René Descartes (1596-1650) - Blaise Pascal (1623-1662) - Leonhard Euler (1707-1783) und die Familie Bernoulli - Napoleon und die Mathematiker - Niels Abel (1802-1829) und Evariste Galois (1811-1832) - George Boole (1815-1864) und Georg Cantor (1845-1918) - Henri Poincaré (1854-1912) - Emmy Noether (1882-1935)
Antike und prähistorische Wissenschaft:
Pythagoras (um 570-480 v. Ch.) - Archimedes (um 285-212 v. Ch.) - Stonehenge und die Kalendermathematik
Erzählungen aus der Physikgeschichte: Versuche zum Luftdruck im 17. Jhdt. - Isaak Newton (1642-1727) - Benjamin Franklin (1706-1790) - Michael Faraday (1791-1867) - Robert Julius Mayer (1814-1878) - Hermann von Helmholtz (1821-1894) - Marie Curie (1867-1934) - Albert Einstein (1879-1955) - Niels Bohr (1885-1962) - Lois de Broglie (1892-1987) - Werner Heisenberg (1901-1976) - Johannes Kepler (1571-1630) und Wolfgang Pauli (1900-1958)
Erzählungen in Chemie und Biologie:
Joseph Priestley (1733-1804) und Antoine Lavoisier (1743-1794) - Justus von Liebig (1803-1873) - Friedrich Kekulé (1829-1896) - Robert Bunsen (1811-1899) und Gustav Kirchhoff (1824-1887) - Fritz Haber (1868-1934) - Otto Hahn (1879-1968) und Lise Meitner (1878-1968) - Linus Pauling (1901-1994) - Francis Crick (1916-2004) und James Watson (geb. 1928) - Linné (1707-1778), Lamarck (1744-1829) und Darwin (1809-1882) - Johann Gregor Mendel (1822-1884) - Barbara McClintock (1902-1992)